Ich hätte mir wirklich Schöneres vorstellen können, als heute von so einem Thema zu schreiben. "Selbst für mich ist das unvorstellbar. Wie muss es dann für dich sein", meinte Carlos eben zu mir. Und so ist es. Carlos kann kaum glauben, dass das alles in seinem Land passiert. Und ich kann nicht fassen, dass ich mitten drin bin.
Wie froh ich bin, dass das Erdbeben nicht hier im Norden war. Die Bilder, die wir den ganzen Tag über im TV gesehen haben, sind schrecklich. Wir sind zwischendurch eingeschlafen und jedes Mal, als wir wieder aufgewacht sind, war die Zahl der Opfer wieder höher. Ich hab sofort an zwei Freunde in Santiago gedacht. Mittlerweile habe ich aber Nachricht, dass es beiden gut geht. Ein Glück. Und jetzt kommen ständig Betroffene in den Nachrichten und eigentlich bin ich froh, wenn ich nicht verstehe, was sie sagen. Welchen Sinn muss das Leben für eine Frau noch machen, die ihr Haus, ihre Kinder und ihren Ehemann verloren hat. Wie soll eine Mutter je wieder schlafen können, die ihre Kinder unter den Trümmern noch nach Hilfe schreien hörte und nichts machen konnte.
Wirklich, ich habe mir große Sorgen um meine Lieben zu Hause gemacht. Kurz nachdem wir von dem Erdbeben erfahren haben, wollte ich die deutschen Nachrichten hören, um zu checken, ob das Ereignis international behandelt wird. Aber nichts funktionierte. Bis halb vier nachmittags. Schrecklich war das. Niemandem zu Hause sagen zu können, dass es einem gut geht. Vorsorglich habe ich morgens gleich eine SMS nach Hause geschrieben, dass alles gut ist. Ständig haben wir versucht Verbindung ins Netz zu bekommen – keine Chance. Wie ich dann gegen drei kurz in den Schlagzeilen gelesen habe, sprechen die Nachrichten lediglich von "Chile", nicht genau von den betroffenen Orten. Großartig. Als ich dann immer noch keine Verbindung in Skype hatte konnte ich nicht mehr still sitzen.
Gegen halb vier ging das Internet endlich wieder richtig. Wie ich dann erfahren habe, ist meine SMS nicht angekommen. Ich kann mir vorstellen, was das für Ängste waren, nicht zu wissen, ob ich wohlauf bin.
Das Erdbeben ereignete sich gegen halb vier. Um vier sind wir erst schlafen gegangen, nichtsahnend von dem was im Süden vor sich geht. Um sieben sind die Jungs aufgeregt durch das Haus gelaufen und ich hab mich nur gewundert, was das soll. Dann hat Carlos mich mit mit "Erdbeben in Santiago" geweckt. Der Wert auf der Richterskala ist ständig geklettert, angefangen von 8,3. Ich habe gelesen, dass dieses Beben als Jahrhundertbeben bezeichnet wird.
Ich bin noch keine zwei Wochen hier und schon zwei kleinere Beben und jetzt das. Das sollte für knapp vier Monate eigentlich reichen. Es ist aber echt beruhigend Carlos zu haben. Weil Erdbeben für die Chilenen normal sind, strahlen sie in einem solchen Moment eine wahnsinnige Ruhe aus. Carlos sagte: "Es ist meist nicht das Beben, dass die Menschen tötet. Meistens sind sie es selber." Panik ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Aber es gibt genug Möglichkeiten sich auf so einen Moment vorzubereiten.
Es fühlt sich seltsam an, hier normal weiter zu machen, während im Süden Chaos herrscht. Man kann nichts tun. Aber zum Glück ist die Zahl der Opfer im Verhältnis zur Stärke des Bebens gering.
Carlos gibt mir gerade noch den Tipp für gute Recherchequellen. Vielleicht nicht alles zu verstehen, aber Bilder.
htpp://www.canal13.cl (TV)
http://www.tvn.cl (TV)
http://www.lun.cl (Print)
http://www.emol.cl (Print)
http://www.euronews.com
http://www.bbc.co.uk/mundo
http://www.terra.cl
Ich hoffe ich kann nächstes Mal wieder von positiven Sachen schreiben. Am Montag geht die Arbeit los. Das wird spannend…
Nos vemos.
Maria in action, die Cosmopolitanerin in ihrem Element. Connecting people :-) Derzeit in Mittweida - to be continued-
Sonntag, 28. Februar 2010
Samstag, 27. Februar 2010
Terremoto - Erdbeben
Hallo liebe Freunde,
ihr habt sicher in den Nachrichten gehört, dass es in Chile ein schweres Erdbeben gab. Dieses Erdbeben war aber in Santiago und weiter im Süden! Auch wenn es eine Stärke von 8,8 Richterskala hatte - wir sind hier verschont geblieben.
BEI UNS IST ALLES GUT, WIR HABEN VON DIESEM ERDBEBEN NICHTS GESPÜRT! Auch der Tsunami wird hier NICHT angekommen.
Bis jetzt war das Internet kaputt, jetzt funktioniert es wieder.
Chile ist zum Glück sehr gut vorbereitet auf Erdbeben, sodass es zum Glück in den betroffenen Gebieten wieder Strom und Wasser gibt.
Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der (bis jetzt) 122 Opfer.
Soweit erst mal eine kurze Nachricht, dass es mir gut geht. Ich melde mich noch mal ausführlich.
Danke für all, die Nachrichten, die bei mir eingegangen sind. Aber jetzt müsst ihr euch zum Glück keine Sorgen mehr machen!
ihr habt sicher in den Nachrichten gehört, dass es in Chile ein schweres Erdbeben gab. Dieses Erdbeben war aber in Santiago und weiter im Süden! Auch wenn es eine Stärke von 8,8 Richterskala hatte - wir sind hier verschont geblieben.
BEI UNS IST ALLES GUT, WIR HABEN VON DIESEM ERDBEBEN NICHTS GESPÜRT! Auch der Tsunami wird hier NICHT angekommen.
Bis jetzt war das Internet kaputt, jetzt funktioniert es wieder.
Chile ist zum Glück sehr gut vorbereitet auf Erdbeben, sodass es zum Glück in den betroffenen Gebieten wieder Strom und Wasser gibt.
Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der (bis jetzt) 122 Opfer.
Soweit erst mal eine kurze Nachricht, dass es mir gut geht. Ich melde mich noch mal ausführlich.
Danke für all, die Nachrichten, die bei mir eingegangen sind. Aber jetzt müsst ihr euch zum Glück keine Sorgen mehr machen!
Lago Chungará
Dieser Ausflug auf den zweithöchsten See der Welt stand natürlich wieder unter dem Motto: Unbelieveable!! Und er war vor allem eines: Anstrengend. Der See liegt auf einer Höhe von 4500 Metern. Arica, von wo aus wir gestartet sind, liegt dagegen auf 47 Metern NN. Da ich eh wetterfühlig bin, war ich sicher, dass ich die erste bin, die am Sauerstofftank hängt…
Dem war aber nicht so. Wir haben uns vorher mit "Koka" versorgt und die Reiseagentur, mit der wir unterwegs waren, hat uns sehr gut auf die Höhe vorbereitet. Halt… KOKA? Ja! Kokain? Nein!! Ja, daraus wird zwar Kokain hergestellt, aber in der ursprünglichen Form hilft es die Sauerstoffaufnahme zu verbessern. Das Zeug schmeckt zwar furchtbar, aber ich hab die ganze Zeit wie ein kleiner Koala darauf rum gekaut. Verbunden mit viel Wasser, Süßigkeiten (die deutschen Haribos haben großen Anklang gefunden :-)) und Kaugummi konnte man den Höhenunterschied schon ertragen. Auf halber Höhe war mir zwar speiübel, aber oben angekommen fühlte ich mich wie ein junges Reh. Die Reiseleiter sagten noch, wir sollen ja alles LANGSAM machen. Aber als ob ich das könnte =) Am Anfang hab ich das zwar gemacht, aber dann bin ich rumgesprungen wie neugeboren. Komischerweise war ich die einzige. Alle anderen liefen rum wie Zombies.
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Leider war die Aussicht ein bisschen unspektakulär. Die Wolken haben die Spitzen der beiden Vulkane Parinacota und Pomerabe (über 6200 Meter hoch) bedeckt, was wirklich schade war. Aber trotzdem war es wunderschön! Im See spazierten Flamingos rum!!! Wie im Zoo.
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Wirklich, das war der Hammer. Übrigens erklärt sich hier auch, wieso ich mit Schal und Sonnenbrille unterwegs war: Die Sonne auf dem Weg war (wie immer) wahnsinnig stark und warm, aber am See war es ziemlich kalt und leider hat es auch geregnet. Könnte ein bisschen vom "Bolivianischen Winter" gewesen sein, der jederzeit über die Region herein brechen kann.
Die sechs Stunden bis dorthin waren übrigens nicht minder interessant. Wir haben zur Akklimatisierung viele Zwischenstopps eingelegt. Der erste in einem Dorf im Azapa Tal (wo es KÜHE gab!) an einer Kirche aus dem Jahr 1530.
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Der zweite Stopp mit einer atemberaubenden Aussicht und einem phänomenalen Echo. Da strahlte sie wieder die Maria :-)
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Den letzten Stopp haben wir kurz vor dem Lago gemacht und hatten das Vergnügen Lamas (in Spanisch Llamas) zu streicheln. Freilebenden Lamas, versteht sich. Die Jungs hatten ihren Spaß die Tierchen mit Keksen vollzustopfen ;-)
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Achso wir wollen die anderen possierlichen Tierchen namens Vikunjas, nicht vergessen, die wir als Herde unterwegs gesehen haben.
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Der Tag fühlte sich ein bisschen an, wie als kleines Kind in den Zoo zu gehen. Und endlich kann ich mal in Live sehen, was ich im Geographieunterricht gelernt hab. Mein Gott, nie hätte ich gedacht, dass ich tatsächlich mal so etwas sehen werde! Ich bin Südamerika. Ich kann es immer noch nicht fassen.
Dem war aber nicht so. Wir haben uns vorher mit "Koka" versorgt und die Reiseagentur, mit der wir unterwegs waren, hat uns sehr gut auf die Höhe vorbereitet. Halt… KOKA? Ja! Kokain? Nein!! Ja, daraus wird zwar Kokain hergestellt, aber in der ursprünglichen Form hilft es die Sauerstoffaufnahme zu verbessern. Das Zeug schmeckt zwar furchtbar, aber ich hab die ganze Zeit wie ein kleiner Koala darauf rum gekaut. Verbunden mit viel Wasser, Süßigkeiten (die deutschen Haribos haben großen Anklang gefunden :-)) und Kaugummi konnte man den Höhenunterschied schon ertragen. Auf halber Höhe war mir zwar speiübel, aber oben angekommen fühlte ich mich wie ein junges Reh. Die Reiseleiter sagten noch, wir sollen ja alles LANGSAM machen. Aber als ob ich das könnte =) Am Anfang hab ich das zwar gemacht, aber dann bin ich rumgesprungen wie neugeboren. Komischerweise war ich die einzige. Alle anderen liefen rum wie Zombies.
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Leider war die Aussicht ein bisschen unspektakulär. Die Wolken haben die Spitzen der beiden Vulkane Parinacota und Pomerabe (über 6200 Meter hoch) bedeckt, was wirklich schade war. Aber trotzdem war es wunderschön! Im See spazierten Flamingos rum!!! Wie im Zoo.
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Wirklich, das war der Hammer. Übrigens erklärt sich hier auch, wieso ich mit Schal und Sonnenbrille unterwegs war: Die Sonne auf dem Weg war (wie immer) wahnsinnig stark und warm, aber am See war es ziemlich kalt und leider hat es auch geregnet. Könnte ein bisschen vom "Bolivianischen Winter" gewesen sein, der jederzeit über die Region herein brechen kann.
Die sechs Stunden bis dorthin waren übrigens nicht minder interessant. Wir haben zur Akklimatisierung viele Zwischenstopps eingelegt. Der erste in einem Dorf im Azapa Tal (wo es KÜHE gab!) an einer Kirche aus dem Jahr 1530.
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Der zweite Stopp mit einer atemberaubenden Aussicht und einem phänomenalen Echo. Da strahlte sie wieder die Maria :-)
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Den letzten Stopp haben wir kurz vor dem Lago gemacht und hatten das Vergnügen Lamas (in Spanisch Llamas) zu streicheln. Freilebenden Lamas, versteht sich. Die Jungs hatten ihren Spaß die Tierchen mit Keksen vollzustopfen ;-)
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Achso wir wollen die anderen possierlichen Tierchen namens Vikunjas, nicht vergessen, die wir als Herde unterwegs gesehen haben.
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Der Tag fühlte sich ein bisschen an, wie als kleines Kind in den Zoo zu gehen. Und endlich kann ich mal in Live sehen, was ich im Geographieunterricht gelernt hab. Mein Gott, nie hätte ich gedacht, dass ich tatsächlich mal so etwas sehen werde! Ich bin Südamerika. Ich kann es immer noch nicht fassen.
Donnerstag, 25. Februar 2010
Mamiña und Humberstone
Unser erster Ausflug führte uns in die Mitte des Nirgendwo (was man eigentlich von vielen Orten in Chile behaupten könnte =D) Woran ich mich definitiv gewöhnen muss, ist, dass alles langsamer geht. Man kann sozusagen unterscheiden zwischen deutscher und chilenischer Zeit (und ich meine das nicht bezogen auf den offiziellen Zeitunterschied). Wenn man in Chile sagt: "Um zehn geht es los" kann man getrost eine Stunde oder mehr hinzurechnen, bis es tatsächlich los geht. Das Problem dabei ist dann aber, dass dann alles ganz fix gehen muss, dann ist man parat und dann dauert es noch mal eine halbe Stunde. So ist es bei jedem Ausflug, den wir unternehmen, egal wann, wohin und zu welcher Tageszeit… Nicht, dass ich das schlimm finde, irgendwie ist es sogar lustig. Nur muss man sich eben dran gewöhnen.
Der Weg nach Mamiña quer durch die Wüste war einzigartig! Die Straßen flimmern in der Hitze und ziehen sich bis schnurgerade bis zum Horizont! Die Formationen von Hügeln, der verwehte Sand – ich könnte mir das stundenlang anschauen!
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Mamiña ist eine Thermalquelle in den Anden. Thermalquelle im Sinne von: Loch unter freiem Himmel. Dort gibt es Heilschlamm, in dessen Wasser man erst badet und sich dann komplett einschmiert. Da der schwarz ist, dürfte es leicht zu erraten sein, wie wir hinterher aussahen… Mit dem Bad war natürlich auch der Sonnenschutz (LSF 45) dahin. Selber schuld, wer sich danach nicht wieder richtig eincremt – das durfte ich leider erfahren. Da wir den ganzen Tag draußen waren (einschließlich Mittag) knallte den ganzen Tag Wüstenhitze auf uns. Im Auto hab ich mich noch gefragt, ob diese roten Flecken von dem Heilschlamm kommen… Pustekuchen. Sonnenbrand. Aber wie. Selbst unter den Armen, zwischen Nase und Lippen, selbst die Lippen. Aber: Heilmittel Aloe Vera. Die hat man hier als Topfpflanze im Haus. Ich kann euch sagen!! Halleluja, dieses Zeugs ist klasse. Trotzdem war die Nacht danach eine Qual :-( Am nächsten Tag habe ich mir Sonnenblocker LSF 50+ für Babys gekauft. Ob ich davon dann noch braun werde ist mir so egal. Erstens bin ich innerhalb der Woche schon gut braun geworden und zweitens: Nie wieder so einen Sonnenbrand. Ich pell mich mittlerweile :-(
Nach dem Thermalbad waren wir noch auf dem Friedhof des Ortes, pardon des Dorfes, das übrigens auf circa 3000 Metern Höhe liegt. Der Friedhof liegt auf einem Hügel, der wirklich nicht hoch ist, auf so einer Höhe aber wirklich anstrengend zu besteigen ist. Die Friedhöfe sind wirklich unglaublich: Aufgrund der Hitze werden die Gräber mit Plastikblumen geschmückt; und Grabsteine gibt es nicht. Und die Holzkreuze sind zum Teil schon so alt, dass das Holz richtig verwittert ist. Manche Kreuze sind auch ganz auseinander gefallen…
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Auf dem Rückweg haben wir noch Humberstone, eine ehemalige Salpetermine, besichtigt. Humberstone (UNESCO Weltkulturerbe) ist jetzt eine Geisterstadt, weil mit der Erfindung des künstlichen Salpeters die komplette Industrie zusammen gesackt ist. Wie ein Cowboyfilm mutete es an durch die Straßen zu gehen. Schon ein bisschen gruselig, aber sehr interessant!
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Mit dem Sonnenuntergang waren wir zurück – und die Wüste im Sonnenuntergang: Wunderschön! Atemberaubend.
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Nos vemos.
Der Weg nach Mamiña quer durch die Wüste war einzigartig! Die Straßen flimmern in der Hitze und ziehen sich bis schnurgerade bis zum Horizont! Die Formationen von Hügeln, der verwehte Sand – ich könnte mir das stundenlang anschauen!
Mamiña ist eine Thermalquelle in den Anden. Thermalquelle im Sinne von: Loch unter freiem Himmel. Dort gibt es Heilschlamm, in dessen Wasser man erst badet und sich dann komplett einschmiert. Da der schwarz ist, dürfte es leicht zu erraten sein, wie wir hinterher aussahen… Mit dem Bad war natürlich auch der Sonnenschutz (LSF 45) dahin. Selber schuld, wer sich danach nicht wieder richtig eincremt – das durfte ich leider erfahren. Da wir den ganzen Tag draußen waren (einschließlich Mittag) knallte den ganzen Tag Wüstenhitze auf uns. Im Auto hab ich mich noch gefragt, ob diese roten Flecken von dem Heilschlamm kommen… Pustekuchen. Sonnenbrand. Aber wie. Selbst unter den Armen, zwischen Nase und Lippen, selbst die Lippen. Aber: Heilmittel Aloe Vera. Die hat man hier als Topfpflanze im Haus. Ich kann euch sagen!! Halleluja, dieses Zeugs ist klasse. Trotzdem war die Nacht danach eine Qual :-( Am nächsten Tag habe ich mir Sonnenblocker LSF 50+ für Babys gekauft. Ob ich davon dann noch braun werde ist mir so egal. Erstens bin ich innerhalb der Woche schon gut braun geworden und zweitens: Nie wieder so einen Sonnenbrand. Ich pell mich mittlerweile :-(
Nach dem Thermalbad waren wir noch auf dem Friedhof des Ortes, pardon des Dorfes, das übrigens auf circa 3000 Metern Höhe liegt. Der Friedhof liegt auf einem Hügel, der wirklich nicht hoch ist, auf so einer Höhe aber wirklich anstrengend zu besteigen ist. Die Friedhöfe sind wirklich unglaublich: Aufgrund der Hitze werden die Gräber mit Plastikblumen geschmückt; und Grabsteine gibt es nicht. Und die Holzkreuze sind zum Teil schon so alt, dass das Holz richtig verwittert ist. Manche Kreuze sind auch ganz auseinander gefallen…
Auf dem Rückweg haben wir noch Humberstone, eine ehemalige Salpetermine, besichtigt. Humberstone (UNESCO Weltkulturerbe) ist jetzt eine Geisterstadt, weil mit der Erfindung des künstlichen Salpeters die komplette Industrie zusammen gesackt ist. Wie ein Cowboyfilm mutete es an durch die Straßen zu gehen. Schon ein bisschen gruselig, aber sehr interessant!
Mit dem Sonnenuntergang waren wir zurück – und die Wüste im Sonnenuntergang: Wunderschön! Atemberaubend.
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Nos vemos.
Mittwoch, 24. Februar 2010
Unbelieveable
Endlich gibts mal wieder etwas von mir zu hören. Jetzt bin ich schon über eine Woche hier in Chile. Und ich kann wirklich nur eines sagen: Unglaublich!!! Ich kann gar nicht beschreiben, was ich hier erlebt habe bis jetzt. Das muss man einfach sehen. Wirklich. Na klar habe ich schon wieder Tonnen von Fotos geschossen :D Und es gibt natürlich auch nach und nach welche zu sehen. Aber um zu verstehen, wie ich mich hier fühle muss man hier her kommen. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mir schier der Atem gestockt ist und ich die Kinnlade wieder hochklappen musste. Defintiv gibt es zig Fotos, auf denen ich einfach nur strahle...
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In den letzten Tagen haben wir viel unternommen. Darum hatte ich nicht so viel Zeit den Blog täglich zu aktualisieren. Wir, das sind Carlos, Torsten, Juan (Carlos' Cousin) und ich. Eine wunderbar herrliche Truppe zum Spaß haben!
Donnerstag haben wir Mamiña, ein Thermalbad inmitten der Wüste, und danach Humberstone, eine alte Salpeterstätte, besucht. Freitag ging es abends nach Arica, von wo aus wir Sonntag auf den Lago Chungará, den zweithöchsten See der Welt, getourt sind. Montag waren wir in Tacna, einem Ort in Peru, wo die Chilenen einfach nur hinfahren, um billig einzukaufen. Abends sind wir nach Iquique zurück gekehrt. Gestern haben wir nach all den Exkursionen erstmal lange ausgeschlafen und haben ein bisschen rumgegammelt. Heute Morgen/ Vormittag haben wir die Cordilliera de la Costa in Iquique, der höchste Berg dieser Art in Chile, bestiegen. All diese Unternehmungen waren voller Überraschungen und manchmal sollte man eigentlich den Kopf schütten und schreiend davon rennen. Aber dafür liebe ich Chile.
In Arica habe ich auch mein erstes Erdbeben erlebt. Nachts um fünf hat es ein bisschen gewackelt. Man kann sich so eine Erschütterung vorstellen, wie auf einer Rüttelplatte, wie beim Fahrsicherheitstraining, denke ich. Schlimm ist ein Erdbeben erst, wenn man nicht mehr stehen kann. Carlos hat mir die Verhaltensregeln im Falle des Falles mehrmals erklärt. Ich hoffe zwar nicht, dass ich sie je benötige, aber ich werd ihn wahrscheinlich noch hundertmal, wie ich wann reagieren muss.
Nach und nach werde ich in den nächsten Tagen von den Ausflügen schreiben und natürlich gibt es die wahnsinnig tollen Fotos. Ja, das muss ich einfach selber sagen. Die Fotos hauen mich jedes Mal wieder um, wenn ich sie anschaue. Was natürlich einfach an den Motiven liegt... :-)
Mein Spanisch, das wird langsam. Mein Leben spielt sich jetzt endlich auch in der Vergangenheit ab, denn ich lerne gerade das "Indefinido". Eine Futurform noch und noch viel mehr Vokabeln und ich bin gewappnet für die nächste Woche, wenn die Arbeit los geht.
Für die nächsten Tage muss ich irgendwie einen Rhythmus finden zwischen neuen Abenteuern on the road, Spanisch lernen und Blog schreiben… Aber krieg ich schon hin – keine Sorge!
Nos vemos :-)
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In den letzten Tagen haben wir viel unternommen. Darum hatte ich nicht so viel Zeit den Blog täglich zu aktualisieren. Wir, das sind Carlos, Torsten, Juan (Carlos' Cousin) und ich. Eine wunderbar herrliche Truppe zum Spaß haben!
Donnerstag haben wir Mamiña, ein Thermalbad inmitten der Wüste, und danach Humberstone, eine alte Salpeterstätte, besucht. Freitag ging es abends nach Arica, von wo aus wir Sonntag auf den Lago Chungará, den zweithöchsten See der Welt, getourt sind. Montag waren wir in Tacna, einem Ort in Peru, wo die Chilenen einfach nur hinfahren, um billig einzukaufen. Abends sind wir nach Iquique zurück gekehrt. Gestern haben wir nach all den Exkursionen erstmal lange ausgeschlafen und haben ein bisschen rumgegammelt. Heute Morgen/ Vormittag haben wir die Cordilliera de la Costa in Iquique, der höchste Berg dieser Art in Chile, bestiegen. All diese Unternehmungen waren voller Überraschungen und manchmal sollte man eigentlich den Kopf schütten und schreiend davon rennen. Aber dafür liebe ich Chile.
In Arica habe ich auch mein erstes Erdbeben erlebt. Nachts um fünf hat es ein bisschen gewackelt. Man kann sich so eine Erschütterung vorstellen, wie auf einer Rüttelplatte, wie beim Fahrsicherheitstraining, denke ich. Schlimm ist ein Erdbeben erst, wenn man nicht mehr stehen kann. Carlos hat mir die Verhaltensregeln im Falle des Falles mehrmals erklärt. Ich hoffe zwar nicht, dass ich sie je benötige, aber ich werd ihn wahrscheinlich noch hundertmal, wie ich wann reagieren muss.
Nach und nach werde ich in den nächsten Tagen von den Ausflügen schreiben und natürlich gibt es die wahnsinnig tollen Fotos. Ja, das muss ich einfach selber sagen. Die Fotos hauen mich jedes Mal wieder um, wenn ich sie anschaue. Was natürlich einfach an den Motiven liegt... :-)
Mein Spanisch, das wird langsam. Mein Leben spielt sich jetzt endlich auch in der Vergangenheit ab, denn ich lerne gerade das "Indefinido". Eine Futurform noch und noch viel mehr Vokabeln und ich bin gewappnet für die nächste Woche, wenn die Arbeit los geht.
Für die nächsten Tage muss ich irgendwie einen Rhythmus finden zwischen neuen Abenteuern on the road, Spanisch lernen und Blog schreiben… Aber krieg ich schon hin – keine Sorge!
Nos vemos :-)
Donnerstag, 18. Februar 2010
Erste Eindrücke
Noch keine 48 Stunden im Erdbebenland und an dieser Stelle muss ich sagen: Es war genau richtig nach Chile zu gehen! Denn genau das wollte ich: eine völlig andere Kultur. Es ist so wahnsinnig toll, einfach atemberaubend! Chile ist so ziemlich in allem anders, was ich bisher gesehen habe.
Es ist jetzt halb elf (vier sind derzeit vier Stunden NACH Deutschland --> halb elf bei uns, halb drei in D-Land) und an schlafen gehen, scheint noch niemand zu denken. Bisher gab es auch noch kein Abendessen - keine Ahnung, ob es das noch gibt. Carlos' Mama ist eben vom Supermarkt heimgekommen - könnte also sein...
Das ist eh typisch latinoamericano: Die Mahlzeiten sind später als bei uns. Heute gab es das Mittag halb vier. Frühstück hatten wir irgendwie nicht so richtig. Ein bisschen Obst haben wir gegessen... Im Flugzeug hab ich übrigens rote Weintrauben gegessen, die wie Pflaumen geschmeckt haben. Ich bin immer noch neugierig auf die Bananen, denn es sollte defintiv einen Unterschied geben.
Was mir auch aufgefallen sind, sind die wahnsinnig vielen freilaufenden Hunde. Es gibt extrem viele streunende Hunde! Heute habe ich mich schon gewundert, dass ein Hund an der Leine war und jemand hinterher gelaufen ist :D
Richtig überraschend war aber das: Das benutzte Toilettenpapier wirft man hier nicht in die Toilette! Sondern in einen Papierkorb daneben. Oh mein Gott, kann ich nur sagen!! Da sollte man besser keinen Durchfall haben :D
Und natürlich die Stadtansicht - die ist so völlig anders. Solche Gebäude wie wir kennen, existieren hier gar nicht. Neubauten habe ich noch gar nicht gesehen und ich denke, die gibt es auch gar nicht. Nur Hochhäuser. Und relativ flache ...

Morgen fahren wir zu einer Thermalquelle namens "Mamiño" - Flamingos und reiche Vegetation trotz Wüste. Freitag gehts nach Arica, danach Lago Chungará (der höchste Vulkansee der Erde auf 5000 Metern) und Tacna (Peru). Also ein volles Programm!
Hmh, es riecht nach Essen - es scheint doch etwas zu geben :-) Wie ich dieses Land so voler Überraschungen liebe :-)
Nos vemos.
Es ist jetzt halb elf (vier sind derzeit vier Stunden NACH Deutschland --> halb elf bei uns, halb drei in D-Land) und an schlafen gehen, scheint noch niemand zu denken. Bisher gab es auch noch kein Abendessen - keine Ahnung, ob es das noch gibt. Carlos' Mama ist eben vom Supermarkt heimgekommen - könnte also sein...
Das ist eh typisch latinoamericano: Die Mahlzeiten sind später als bei uns. Heute gab es das Mittag halb vier. Frühstück hatten wir irgendwie nicht so richtig. Ein bisschen Obst haben wir gegessen... Im Flugzeug hab ich übrigens rote Weintrauben gegessen, die wie Pflaumen geschmeckt haben. Ich bin immer noch neugierig auf die Bananen, denn es sollte defintiv einen Unterschied geben.
Was mir auch aufgefallen sind, sind die wahnsinnig vielen freilaufenden Hunde. Es gibt extrem viele streunende Hunde! Heute habe ich mich schon gewundert, dass ein Hund an der Leine war und jemand hinterher gelaufen ist :D
Richtig überraschend war aber das: Das benutzte Toilettenpapier wirft man hier nicht in die Toilette! Sondern in einen Papierkorb daneben. Oh mein Gott, kann ich nur sagen!! Da sollte man besser keinen Durchfall haben :D
Und natürlich die Stadtansicht - die ist so völlig anders. Solche Gebäude wie wir kennen, existieren hier gar nicht. Neubauten habe ich noch gar nicht gesehen und ich denke, die gibt es auch gar nicht. Nur Hochhäuser. Und relativ flache ...
Morgen fahren wir zu einer Thermalquelle namens "Mamiño" - Flamingos und reiche Vegetation trotz Wüste. Freitag gehts nach Arica, danach Lago Chungará (der höchste Vulkansee der Erde auf 5000 Metern) und Tacna (Peru). Also ein volles Programm!
Hmh, es riecht nach Essen - es scheint doch etwas zu geben :-) Wie ich dieses Land so voler Überraschungen liebe :-)
Nos vemos.
Mittwoch, 17. Februar 2010
Bienvenidos a Chile
Willkommen in Chile! Willkommen im Sommer! Ich bin angekommen im "letzten Land der Erde", wie Carlos es immer so liebevoll ausdrückt. Hätte mir jemand vor einem Jahr, der Zeit von Carlos' Abschied aus Mittweida, gesagt, dass wir uns in einem Jahr in seiner Heimat wieder sehen, hätte ich ihn für völlig gaga erklärt.
Und meine erste Nachricht: Ich habe heute Morgen ein Erdbeben verschlafen! Zehn vor acht kommt Carlos runter in mein Zimmer und fragt mich, ob alles okay sei - und weckt mich aus meinen Träumen. Nichts, rein gar nichts, hab ich mitbekommen!! Es soll aber ein leichtes Erdbeben gewesen sein, Stärke 3 oder so. Dass ich irgendwann von einem Erdbeben schreibe, war mir klar. Dass es aber gleich im ersten Eintrag sein wird, hätte ich nicht gedacht.
==Hier jetzt, was ich geschrieben habe, bevor ich wusste, dass es ein Erdbeben gab.==
Was soll ich sagen! WOW!! Im Moment finde ich noch keine Worte für das, was ich an meinem ersten Tag erlebt habe. Ich bin jetzt 24 Stunden hier und es fühlt sich an, als wäre es viel länger. Die ersten Stunden konnte ich übrigens unbekümmert genießen: Mein Gepäck ist unbeschädigt mit mir angekommen und Verspätungen gab es auch nicht. Dabei war ich überzeugt, dass irgendwas schief gehen würde!

Mein Flug stand im doppelten Sinn unter dem Motto "Klein-Maria entdeckt die weite Welt" – nicht nur, dass ich das erste Mal über den großen Teich geflogen und in Südamerika bin (Südamerika!! Ich fass es immer noch nicht!) – wie ein kleines Kind saß ich im Flug von Madrid nach Santiago und hab das Entertainmentsystem der Airline ausgetestet:D 14 Stunden Flug waren es – NIE hätte ich gedacht, dass es so unspektakulär ist so lange zu fliegen. Anstrengend, aber man kann es aushalten.
Richtig atemberaubend war aber der Flug über die Anden. Wahnsinn!! So hoch, dass die Wolken zu niedrig hängen. Das hieß freien Blick auf die zerklüfteten Gipfel. Von Santiago nach Iquique flog der Flieger an der Küste entlang über dem Pazifik – freier Blick auf die zerklüftete Küstenlinie. Man kann sich einfach nicht sattsehen!



Hier in Iquique schleifte Carlos Torsten (ein Freund aus Mittweida, der gerade bei Carlos Urlaub macht) und mich sofort zum "Ceviche" (roher Fisch angemacht mit Zitrone und Gemüse) essen. Interessant und lecker! Die deutschen Gesundheitsbehörden hätten ihren Spaß gehabt an dem Verkaufsstand ;-) Aber für diese Unbekümmertheit sind die Chilenen ja bekannt :-) Gleich hinterher gab es noch Empanadas (gefüllte Teigtaschen) mit Shrimps und Käse.

Nach der langersehnten Dusche und Mittag (hier gibt es ständig Essen!) von Carlos‘ Mama (die auch María heißt) ging es an den Strand. Da ich Fotos machen wollte, konnte ich leider nicht in die Wellen tauchen – in Chile kann man die Sachen (und schon gar keine Wertsachen) nicht einfach am Strand lassen und ins Wasser gehen :-( Bereut habe ich es nicht – hier kann ich mich einfach nicht sattsehen geschweige denn satt fotografieren! Heute bleibt die Kamera also leider zu Hause.
Mein Spanisch ist übrigens gar nicht sooo miserabel, wie ich befürchtet habe! Okay, Ausdruck und Grammatik vernachlässige ich ganz dezent bei dieser Einschätzung. Aber, ich verstehe schon etwas und kann mich verständlich machen. Jedenfalls konnte ich mich gestern ohne Carlos' Hilfe mit seiner Mama und seinem Cousin unterhalten – und das soll was heißen!
Achso, vielleicht sollte ich noch mal erwähnen, dass hier SOMMER ist und wir Temperaturen um 23 Grad haben, die sich wie 30°C anfühlen :P

Also dann, nos vemos!!!
Und meine erste Nachricht: Ich habe heute Morgen ein Erdbeben verschlafen! Zehn vor acht kommt Carlos runter in mein Zimmer und fragt mich, ob alles okay sei - und weckt mich aus meinen Träumen. Nichts, rein gar nichts, hab ich mitbekommen!! Es soll aber ein leichtes Erdbeben gewesen sein, Stärke 3 oder so. Dass ich irgendwann von einem Erdbeben schreibe, war mir klar. Dass es aber gleich im ersten Eintrag sein wird, hätte ich nicht gedacht.
==Hier jetzt, was ich geschrieben habe, bevor ich wusste, dass es ein Erdbeben gab.==
Was soll ich sagen! WOW!! Im Moment finde ich noch keine Worte für das, was ich an meinem ersten Tag erlebt habe. Ich bin jetzt 24 Stunden hier und es fühlt sich an, als wäre es viel länger. Die ersten Stunden konnte ich übrigens unbekümmert genießen: Mein Gepäck ist unbeschädigt mit mir angekommen und Verspätungen gab es auch nicht. Dabei war ich überzeugt, dass irgendwas schief gehen würde!
Mein Flug stand im doppelten Sinn unter dem Motto "Klein-Maria entdeckt die weite Welt" – nicht nur, dass ich das erste Mal über den großen Teich geflogen und in Südamerika bin (Südamerika!! Ich fass es immer noch nicht!) – wie ein kleines Kind saß ich im Flug von Madrid nach Santiago und hab das Entertainmentsystem der Airline ausgetestet:D 14 Stunden Flug waren es – NIE hätte ich gedacht, dass es so unspektakulär ist so lange zu fliegen. Anstrengend, aber man kann es aushalten.
Richtig atemberaubend war aber der Flug über die Anden. Wahnsinn!! So hoch, dass die Wolken zu niedrig hängen. Das hieß freien Blick auf die zerklüfteten Gipfel. Von Santiago nach Iquique flog der Flieger an der Küste entlang über dem Pazifik – freier Blick auf die zerklüftete Küstenlinie. Man kann sich einfach nicht sattsehen!
Hier in Iquique schleifte Carlos Torsten (ein Freund aus Mittweida, der gerade bei Carlos Urlaub macht) und mich sofort zum "Ceviche" (roher Fisch angemacht mit Zitrone und Gemüse) essen. Interessant und lecker! Die deutschen Gesundheitsbehörden hätten ihren Spaß gehabt an dem Verkaufsstand ;-) Aber für diese Unbekümmertheit sind die Chilenen ja bekannt :-) Gleich hinterher gab es noch Empanadas (gefüllte Teigtaschen) mit Shrimps und Käse.
Nach der langersehnten Dusche und Mittag (hier gibt es ständig Essen!) von Carlos‘ Mama (die auch María heißt) ging es an den Strand. Da ich Fotos machen wollte, konnte ich leider nicht in die Wellen tauchen – in Chile kann man die Sachen (und schon gar keine Wertsachen) nicht einfach am Strand lassen und ins Wasser gehen :-( Bereut habe ich es nicht – hier kann ich mich einfach nicht sattsehen geschweige denn satt fotografieren! Heute bleibt die Kamera also leider zu Hause.
Mein Spanisch ist übrigens gar nicht sooo miserabel, wie ich befürchtet habe! Okay, Ausdruck und Grammatik vernachlässige ich ganz dezent bei dieser Einschätzung. Aber, ich verstehe schon etwas und kann mich verständlich machen. Jedenfalls konnte ich mich gestern ohne Carlos' Hilfe mit seiner Mama und seinem Cousin unterhalten – und das soll was heißen!
Achso, vielleicht sollte ich noch mal erwähnen, dass hier SOMMER ist und wir Temperaturen um 23 Grad haben, die sich wie 30°C anfühlen :P
Also dann, nos vemos!!!
Sonntag, 14. Februar 2010
Extrem
Heute ist mein letzter Tag in der Heimat - morgen Abend geht es los. Mir schwirrte schon länger im Kopf rum, dass ich mal genauer darüber berichten könnte, wohin es mich verschlagen wird. Nach meinen ersten zehn Tagen bei Carlos' Familie in Iquique werde ich in Arica sein, um dort mein Praktikum zu absolvieren.
Und die Region (der "Große Norden" Chiles) hat es irgendwie richtig in sich. Defintiv extrem, wohin ich mich begebe :-)
-Arica liegt in der Atacama Wüste (der trockensten Wüste der Welt)
-In Arica hat schon einmal 19 Jahre nicht geregnet
-Chile liegt in einem Erdbebengebiet (Atacama- und Nazca-Platte treffen sich)
-In Chile vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwo die Erde bebt
Da könnte es einem wahrlich vergehen, wenn man das liest... Aber allein die tolle Natur (der höchstgelegene See der Welt!), die Tierwelt (freilebende Lamas!) sowie die reizende Vorstellung, dass Obst wie Bananen, Weintrauben usw. aus den Nachbarländern kommt... Das macht schon jetzt alles wieder wett.
Also lesen wir uns dann erst wieder, wenn ich in der südlichen Hemispähre weile und bei 30 Grad in der Sonne schmore. Sonnencreme mit LSF 50 ist übrigens unbedingtes Muss ;-) Ab jetzt wird es also wirklich spannend! Ich gebe mir Mühe in Chile mindestens einmal die Woche schreiben zu können!
Nos vemos en Chile!
Und die Region (der "Große Norden" Chiles) hat es irgendwie richtig in sich. Defintiv extrem, wohin ich mich begebe :-)
-Arica liegt in der Atacama Wüste (der trockensten Wüste der Welt)-In Arica hat schon einmal 19 Jahre nicht geregnet
-Chile liegt in einem Erdbebengebiet (Atacama- und Nazca-Platte treffen sich)
-In Chile vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwo die Erde bebt
Da könnte es einem wahrlich vergehen, wenn man das liest... Aber allein die tolle Natur (der höchstgelegene See der Welt!), die Tierwelt (freilebende Lamas!) sowie die reizende Vorstellung, dass Obst wie Bananen, Weintrauben usw. aus den Nachbarländern kommt... Das macht schon jetzt alles wieder wett.
Also lesen wir uns dann erst wieder, wenn ich in der südlichen Hemispähre weile und bei 30 Grad in der Sonne schmore. Sonnencreme mit LSF 50 ist übrigens unbedingtes Muss ;-) Ab jetzt wird es also wirklich spannend! Ich gebe mir Mühe in Chile mindestens einmal die Woche schreiben zu können!
Nos vemos en Chile!
Donnerstag, 11. Februar 2010
Abschied I.
Ich hasse Abschiede, ich hasse, hasse, hasse sie. Es ist einfach nur schrecklich zu wissen, dass eine schöne Zeit vorbei ist. Wenn man es realisiert hat, dass es nicht wieder so wird, wie es war: Toll. Super. Einzigartig. Wenn sich der Gedanke so langsam immer weiter ausbreitet und man es ganz verstanden hat, dass jetzt Telefon und Internet auf unbestimmte Zeit die einzigen Kommunikationswege sind. Was soll man in diesem Moment noch sagen…
Nichts, denn in diesem Moment sagen ja die Tränen alles. Da lob' ich mir den Spruch "I love walking in the rain 'cause nobody sees I am crying" Bisher war ich es immer, die allen Gehenden Mut zu gesprochen hat…
Mein liebes Mittweida und alle Menschen, die es so super gemacht haben: Ich werde euch so furchtbar vermissen :-( Ja, auch wenn ich eine Zeit vor mir habe, um die mich alle beneiden…
Und vor dieser Zeit liegt erst einmal der furchtbar lange Flug. Über 18 Stunden… Wuah… Aber – der Gedanke ich fünf Tagen im Sommer zu sein, kann das Gemüt dann doch wieder etwas aufheitern…
Dann will ich diesen traurigen Eintrag mal lieber beenden, bevor ich allzu philosophisch werde.
Und wenn die Sehnsucht doch mal zu groß sein sollte, halten wir es einfach nach DEM Lied der Erasmusbande vom Wintersemester 08/09: "I just called to say I love you"
Nos vemos.
Nichts, denn in diesem Moment sagen ja die Tränen alles. Da lob' ich mir den Spruch "I love walking in the rain 'cause nobody sees I am crying" Bisher war ich es immer, die allen Gehenden Mut zu gesprochen hat…
Mein liebes Mittweida und alle Menschen, die es so super gemacht haben: Ich werde euch so furchtbar vermissen :-( Ja, auch wenn ich eine Zeit vor mir habe, um die mich alle beneiden…
Und vor dieser Zeit liegt erst einmal der furchtbar lange Flug. Über 18 Stunden… Wuah… Aber – der Gedanke ich fünf Tagen im Sommer zu sein, kann das Gemüt dann doch wieder etwas aufheitern…
Dann will ich diesen traurigen Eintrag mal lieber beenden, bevor ich allzu philosophisch werde.
Und wenn die Sehnsucht doch mal zu groß sein sollte, halten wir es einfach nach DEM Lied der Erasmusbande vom Wintersemester 08/09: "I just called to say I love you"
Nos vemos.
Mittwoch, 3. Februar 2010
Ode an Mittweida
"Man merkt erst, was man vermisst, wenn man es nicht mehr hat", so oder ähnlich lautet ein Zitat, das man in tausenden von Situationen anbringen kann. Meine ist wohl eine davon. Die letzte Woche in Mittweida beginnt.
Ja klar, ist da die Vorfreude á la "In zwei Wochen liege ich am Pazifik mit nem Mojito in der Hand und lass mir die Sonne auf den Bauch scheinen" (Wär ja auch schlimm, wenn nicht ;-)) Aber da ist natürlich die andere Seite der Medaille, die da heißt: Abschied. Von Mittweida - sollte ich sagen "beloved" Mittweida?
Naja, ein bisschen schon - zweieinhalb Jahre "Zwangshaft in der Mitte Sachsens" :D können ja nicht spurlos an einem vorbei gehen und schon gar nicht, wenn man sich bereitwillig in das Hochschulleben schmeißt, wie ich es getan hab. Da trifft man die verrücktesten Leute und manche waren so verrückt, dass sie mir, der kleinen Chaos-Queen, in Sachen Verrücktheit das Wasser reichen konnten. Und solche Menschen sind es, die ich lieb gewonnen habe, und die Mittweida zu dem gemacht haben, was es war: Ne verdammt geile Zeit.
Oh gott, nicht sentimental werden! Zwar gehe ich erst mal für vier Monate in den Sommer, was aber nicht heißt, dass ich "ganz" weg bin: Mitte Juni stehe ich wieder auf der Matte: Bachelorarbeit schreiben. Und das heißt: Sommer in Mittweida! Bis August! JUHU! (Die Begeisterung steht doch zwischen den Zeilen geschrieben, oder ;-)) Aber den Sommer werden so einige andere auch hier verbringen, also kann es doch nur eine Erfolgsgeschichte werden!
Trotzdem - manche Freunde gehen dann schon andere Weg (mit Sicherheit erfolgreich :-)) und man wird sich so schnell nicht wieder sehen. Darum heißt es jetzt langsam auf unbestimmte Zeit "Ade" zu sagen. Aber wie habe ich zum Abschied in Finnland von meinen Grundschul-Kiddies gelernt:
In diesem Sinne ein Hoch auf das Internet und seine unterstützenden Möglichkeiten :-)
Nos vemos!
Ja klar, ist da die Vorfreude á la "In zwei Wochen liege ich am Pazifik mit nem Mojito in der Hand und lass mir die Sonne auf den Bauch scheinen" (Wär ja auch schlimm, wenn nicht ;-)) Aber da ist natürlich die andere Seite der Medaille, die da heißt: Abschied. Von Mittweida - sollte ich sagen "beloved" Mittweida?
Naja, ein bisschen schon - zweieinhalb Jahre "Zwangshaft in der Mitte Sachsens" :D können ja nicht spurlos an einem vorbei gehen und schon gar nicht, wenn man sich bereitwillig in das Hochschulleben schmeißt, wie ich es getan hab. Da trifft man die verrücktesten Leute und manche waren so verrückt, dass sie mir, der kleinen Chaos-Queen, in Sachen Verrücktheit das Wasser reichen konnten. Und solche Menschen sind es, die ich lieb gewonnen habe, und die Mittweida zu dem gemacht haben, was es war: Ne verdammt geile Zeit.Oh gott, nicht sentimental werden! Zwar gehe ich erst mal für vier Monate in den Sommer, was aber nicht heißt, dass ich "ganz" weg bin: Mitte Juni stehe ich wieder auf der Matte: Bachelorarbeit schreiben. Und das heißt: Sommer in Mittweida! Bis August! JUHU! (Die Begeisterung steht doch zwischen den Zeilen geschrieben, oder ;-)) Aber den Sommer werden so einige andere auch hier verbringen, also kann es doch nur eine Erfolgsgeschichte werden!
Trotzdem - manche Freunde gehen dann schon andere Weg (mit Sicherheit erfolgreich :-)) und man wird sich so schnell nicht wieder sehen. Darum heißt es jetzt langsam auf unbestimmte Zeit "Ade" zu sagen. Aber wie habe ich zum Abschied in Finnland von meinen Grundschul-Kiddies gelernt:
"We don't know where, don't know when -
but I know we see again some other sunny day"
In diesem Sinne ein Hoch auf das Internet und seine unterstützenden Möglichkeiten :-)
Nos vemos!
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