Montag, 31. Mai 2010

Auf den letzten Metern

Zum Schluss wird ich noch ein bisschen faul, was meinen Blog angeht… Das mit den Fotos von meinem Trip nach Santiago hat ja auch wunderbar geklappt – mein Nichtstun ist wirklich langsam gruselig. Vielen Dank Chile… Das muss sich schnell wieder ändern, wenn ich zurück bin. Sollte ich dann noch ein bisschen mit der Mañana-Mentalität leben, möge man mir verzeihen, aber hier lebt es sich sehr entspannt, alles auf den nächsten Tag zu verschieben.

Diese Woche war weniger stressig, als ich das erwartet habe. Der Grund dafür gleicht eigentlich einer Katastrophe. Ich muss ja dringend noch an der Website arbeiten, zum Beispiel die französische Übersetzung hinzufügen, die fertig auf dem Schreibtisch liegt. Oder das Design abändern, und und und… Seit zwei Wochen ist die Kollegin nicht erreichbar, mit der ich die Seite bearbeite. Das Riesenproblem ist, dass innerhalb der Seite gewisse Bearbeitungen durch denjenigen, der die Seite erstellt hat (sie), gesperrt sind. Und diese Erlaubnisse können wiederrum auch nur von ihr geändert werden. Solange ich sie also nicht erreiche, sind mir die Hände gebunden und ich kann nichts anderes tun als im Kreis rennen und schreien.

Nach einer Woche erfahre ich auf Nachfrage, dass sie krank ist, nach zwei Wochen sagt man mir, dass sie gar nicht mehr für mich zuständig ist, sondern jemand Neues. DANKE für die nette Zuarbeit?! Und jetzt warte ich auf die Mail, dass meine Chefin den Menschen endlich kontaktet und mich und mein Projekt vorstellt. Wie lange sollte man gegen das System arbeiten, frage ich mich… Wahrscheinlich stehe ich Montag ohne Vorwarnung im Büro des netten Herrn. Also so leicht lasse ich mich nicht unterbuttern. Wäre ja gelacht. Ganz verschwunden ist meine deutsche Mentalität dann doch nicht.

Freitag Abend ging’s endlich mal wieder rund: Wir haben zusammen mit unseren spanischen Freunden zu einer Party eingeladen. Kleine Abschiedsparty für eine Spanierin, die morgen geht und für meine Wenigkeit, die eine Woche später den Flughafen von Arica von innen sieht. YEAH es war total cool!!!!Es waren Austauschstudenten und ein paar der Cosmopolitaner eingeladen. Sehr coole Sache. Hinterher sind wir noch mit Gonzalo, einem der Cosmopolitanos einen trinken gegangen.


Gleichzeitig durfte man die Party auch als Willkommensparty für Andreas sehen, unseren lieben Freund, der endlich in Chile ist. Das Trio infernale ist also mehr als perfekt! Seine Ankunft hat auch glücklicherweise meine Trübsal über meine baldige Abreise völlig weggeblasen. Das nenn ich doch mal was.


Gestern Nachmittag haben wir alle zusammen den Eurovision Songcontest angesehen und ich kann euch sagen, was das für ne Freude war!!!! Wäre hätte das je gdacht, dass Deutschland Europa noch mal so rockt!!!! Wir waren ja ohne Ausnahme für Islands Beitrag und hätten auch Frankreich gute Chancen eingeräumt. Aber dass Lena die Nationen so verzaubert…. Genial!!! Nächstes Jahr also bei uns. Wer kommt mit??

Heute waren Andreas, Nicklas und ich mit Elisabeth, ebenfalls Cosmopolitanerin ihres Zeichens zum Tag der offenen Museen. Geführt hat uns der Ausflug zum Naturschutzgebiet am Strand, wo uns die Mücken aufgefressen haben und ins Azapa Tal, wo wir mal wieder Mumien bestaunt haben. Hinterher noch ein bisschen Arica vom Morro aus bewundern und hinterher die Handwerksmärkte abklappern.


So sollte ein Wochenende sein. Aber wie das so ist – wenn es am Schönsten ist, nicht wahr…

Mehr gibt es von dieser Woche eigentlich nicht zu berichten. Hmh – doch, aber dazu im nächsten Beitrag mehr ;-)

Nos vemos muy pronto
Maria

Donnerstag, 20. Mai 2010

Das wunderschönste Fleckchen Erde

Zurück von meinem Trip nach Santiago kann ich immer noch nicht fassen, wie unglaublich schön die Tage waren. Zum Einen, weil ich einfach mal abschalten konnte und zum Anderen wegen der unglaublichen, atemberaubenden Natur. Chile ist einfach ein wahnsinnig traumhaftes Land - so unterschiedlich, so bezaubernd, so einfach "muss man selber sehen".


Die Woche - wie sollte es auch anders sein - verflog wie im Sauseschritt. Wir haben so viel gesehen:
-La Serena - eine Stadt, so zuckersüss und irgendwie italienisch, an handsome men hat es dort nicht gemangelt
-Valparaíso - eine Stadt mit Temperament und Charakter
-Santiago - eine Hautpstadt halt, die mich aber mit den krassen Unterschieden zwischen alten und neuen Gebäuden sehr an Frankfurt am Main erinnert hat

Zwischendrin Momente zum Atemanhalten oder Tagträumen, nur einen Tag werde ich in meinem Leben nie wieder vergessen.

Von La Serena aus haben wir das Valle del Elqui besucht (und viel über Mikroklimata gelernt, Weintrauben direkt vom Feld genascht und Sonne getankt). Dem Tal werden gewisse Energieströme nachgesagt, weil es auf einem Meridian liegt. Völlig egal, ob oder ob nicht. Aber als wir am Nachmittag wieder auf der Rückfahrt waren, ist mir bewusst geworden wie dermassen entspannt ich geworden bin. Und ich muss dann doch sagen, dass ich mich während meines gesamten Aufenthaltes in Chile nicht ein einziges Mal so wahnsinnig gut gefühlt habe - und wie hier oft zu lesen war gab es durchaus viele Momente, in denen es mir saugut ging. Wirklich, mir ist so egal, von welchen spirituellen Faxen die Leute reden. Ich kann nur sagen: Dieser Platz, dieses bezaubernde enge Tal mit einer Landschaft so atemberaubend schön und mit Sonnenschein, der die Lebensgeister Samba tanzen lässt (und wo übrigens auch der chilenische Schnaps "Pisco" seine Heimat hat - verdammt streng dieser Alkohol :D), dieser Platz hat es mir schlichtweg angetan und vielleicht werde ich eines Tages, wenn ich meine steile Karriere glücklich und zufrieden beendet habe (bitte N I C H T ernst nehmen :D), könnte es durchaus passieren, dass ich den vielen Europäern in das kleine Dörfchen ans Ende der Welt folge.


Soweit erst mal, mehr Bilder folgen noch! Zu viele aber aucht nicht, lassen wir den Neidfaktor mal im niedrigen Bereich :P

Bin gerade etwas mit Unlust behaftet und muss mal schauen, wie ich das heute noch loskriege. Morgen ist der 21. Mai, ein Feiertag in Chile, anlässlich der Seeschlacht in Iquique. Dort sind wir auch übers Wochenende!

Nos vemos.
Die Maria

Sonntag, 9. Mai 2010

Ausblicke, Rückblicke, Einblicke

Und schon wieder ist eine Woche vorbei, mein Gott die Zeit rennt. Schon Mai… Drei Monate sind doch wirklich ein Witz…

Meine Arbeit läuft gut. Bin mit dem Inhalt jetzt soweit fertig, jetzt fehlen noch kleinere Sachen, basteln noch mal am Layout, aber dann denke ich dürfte es das sein.

Jetzt ist aber erst mal Schluss mit Arbeiten (wenn ich das hier so nennen kann… Chile verändert den eigenen Arbeitsstil durchaus negativ …). Jetzt ist URLAUB bis übernächste Woche!!! Juhu, endlich seh ich das Land! Zumindest die Hälfte. Ab heute Nacht gehen wir auf große Reise nach Santiago. Und machen Halt in La Serena und Valparaíso. Ich freu mich schon riesig! Vor La Serena zum Beispiel, gibt es eine der drei Delfinkolonien der Welt, hab ich gelesen. Pinguine übrigens auch… (---Bitte HIER neidisch werden---) Die Fahrt nach La Serena dauert 23 Stunden… (Tüte Mitleid bitte!) Ja, in Deutschland kratzt man sich am Kopf, wenn man sich das vor Augen hält – man könnte ja fliegen. Ich kanns mir auch noch nicht vorstellen, die 14 Stunden Flug hier hier waren eigentlich genug. Nur irgendwie finde ich, dass so eine Erfahrung mit Hintern taub sitzen zu einem Land wie Chile dazu gehört. Jaja… Mag manch einer denken, was er will. Für mich zählen irgendwie andere Sachen zu einem interessanten Auslandsaufenthalt, als für andere… ;-)

Heute waren die Austauschstudenten im Azapa Tal mit dem Auslandsamt zum Ausflug. Leider nur die Austauschleute und die Ladies vom Auslandsamt. War zwar super lustig und war echt ein schöner Tag. Aber ein Ausflug nach echter Cosmo-Manier mit Austauschleuten UND einheimischen Studenten wäre schon cool gewesen. Gestern Abend waren wir mit einigen Leuten vom Cosmo Club zum Pianokonzert und hinterher noch was trinken. Sehr schicker Abend! Macht wieder mal Lust auf mehr. Cosmopolitaner wissen warum :-)


Ein weiteres Erstes Mal kann ich seit Mittwochabend übrigens auch abhaken. Diese „Erste Male“ sind durchaus nicht immer positiv, wie ihr gleich lesen werdet. Mittwochabend 22.45 Uhr wurde ich mal wieder daran erinnert, dass ich in einem seismologisch aktiven Land weile. Aber diesmal richtig… Es gab ein leichtes Erdbeben der Stärke 6,4 . Aber, keine Sorge, nichts passiert! Alles heil geblieben, wenn man mal von der Ordnung in meinem Zimmer absieht. Leute ich sage euch, ich will im Leben in keinem Erdbeben wie in Santiago im Februar (8,8) sein. Zu erfahren, dass man sich nicht mal auf den Boden unter den Füßen verlasen kann – das ist irgendwie ein Schlag ins Gesicht. Nun, unschön war das Geräusch meines Daches, das eh schon ständig Geräusche macht, wenn der Wind durchfährt (und windig ist es jeden Tag). Und diese Plötzlichkeit, mit der es gebebt hat, und einfach das Gefühl ansich... (Man kann es sich nicht wirklich vorstellen, aber eine ungefähre Verdeutlichung: Stellt ein Glas auf den Tisch (ein bisschen Wasser drin verdeutlicht das Ganze noch etwas mehr) und haut ordentlich gegen die Tischkante. SO fühlt es sich an.) Aber wie gesagt, alles heil geblieben und der Schreck ist auch schon wieder ein bisschen aus den Knochen gefahren!

Okay, ich muss mich beeilen, geht gleich zum Busbahnhof ...

..nos vemos!

Maria

Samstag, 1. Mai 2010

Raindrops keep falling

Gestern morgen wurde ich von einem Geräusch geweckt, das ich eigentlich nicht von hier kenne. Jedenfalls habe ich nicht erwartet, es je hier in der Wüste zu hören.

Es hat geregnet.

Hab ich vor Chile geschrieben, dass es in Arica schon mal fast 20 Jahre nicht geregnet hat? Nun ja, dieses Mal waren es nur fünf. Das letzte Mal hat es glaub ich 2005 wie aus Eimern geschüttet. Geschüttet hat es zwar nicht. Aber gut zwei bis drei Stunden schön vor sich hin genieselt.

Halb acht bin ich mit dem Geräusch aufgewacht und war sicher, dass es auch um acht noch regnen wird. Fototechnisch gesehen - ich wollte noch ein bisschen weuterschlafen ;-) Pustekuchen. Natürlich war um acht nix mehr zu hören und zu sehen. DANKE! So gibt es also leider kein Foto vom kühlen Nass, schade. Daher eine Impression aus Finnland, wo es Wasser in Hülle und Fülle gibt :-)


Carlos hat sich über den Regen ein bisschen besorgt gezeigt, weil so etwas noch nie vorgekommen sei. Ein bisschen Geplätscher am frühen Morgen... Klimawandel?

Wie dem auch sei, ein bisschen Wasser von oben und grün an den Bäumen vermisse ich schon etwas. Frühling ist schon eine schöne Erfindung :-)

Übrigens habe ich ab dem 10. Mai Urlaub bekommen und werde mit einer Bekannten aus Kanada einen Roadtrip nach Santiago starten :-) 2000km durchs Land!! Ich freue mich schon! Mehr dazu, sobald ich selber mehr weiß!

Liebe Grüße aus dem Herbst.

Maria