Wahrscheinlich hat manch einer diesen Blog schon tot geglaubt, aber keine Sorge – nur weil ich nicht mehr in Chile bin, heißt es ja nicht, dass die Abenteuer zu Ende sind. Das nächste hieße da zum Beispiel "Bachelorarbeit", aber nein, keine Angst, darüber werde ich sicher nicht ausführlich berichten :-) Nur dass das Thema Internationales Hochschulmarketing mich jetzt bis August begleiten wird und ich das sogar sehr toll finde! Es geht nämlich auch um eines meiner liebsten Themen: Cosmo Club :D Dann dürfte es wohl auch kein Wunder sein, dass ich gern über den Kapiteln brüte, vor allem, wenn ich für den Praxisteil mit ehemaligen Austauschstudenten skypen "muss".
Das Stichwort ist ja auch schon gefallen: Cosmo Club, darum geht’s hier ja schließlich. Am letzten Freitag vor meiner Abreise fand endlich das heißersehnte erste Teamtreffen statt! Juppi!! Es war echt richtig cool, obwohl sich nicht alle kannten, war die Stimmung ziemlich lustig. Meinen Spaß hatte ich jedenfalls und Spanisch war auch kein Problem. Es gab ziemlich gute Vorschläge für die Website und interessante Fragen, als wir den Workshop für die Tutoren gemacht haben. Die Truppe fetzt :-) Muss ich sagen, dass es mir nach diesem Nachmittag noch ein bisschen schwerer viel, Good-Bye zu sagen? Leute, was hab ich geflennt, auf meinem vorerst letzten Heimweg von der Uni. Zum Glück war es dunkel :-/
Am Samstag haben wir Abschiedsgrillen am Fluss gemacht, wo wir uns einfach nur gnaaaadenlos überfuttert haben, weil’s manche Chilenen nicht so mit Kalkulieren von Portionen haben und nicht auf Leute hören, die es unter Umständen besser wissen könnten :D Naja… No comment, das Fleisch hat Sonntag auch noch geschmeckt. Und der Nachmittag war einfach nur... Toll? Wunderschön?? Großartig??? Unvergesslich???? Wir haben so viel gesungen, Spaß gehabt, gequatscht und es genossen...

Jedenfalls waren wir so voll und müde, dass wir unsere ursprüngliche Abendplanung dämlicherweise über den Haufen geworfen haben. Unser Plan war eigentlich zum Karaoke zu gehen, aber weil nicht nur ich, sondern auch alle andern, so kaputt waren, habe ich beschlossen einfach zu Hause was zu trinken. Bitte keine Kommentare über diesen Unfug, ich bereu es durchaus, keine Sorge. War aber auch hundemüde, bin auf meinem Stuhl eingeschlafen… Ich sollte mich mal auf die Schlafkrankheit untersuchen lassen (ohne Mist, die gibt es wirklich, wie ich erfahren habe).
Der Abschied, das muss ich wahrscheinlich eigentlich nicht erwähnen, war verdammt tränenreich. Vier Monate, die so dermaßen anders als das Leben hier waren, können ja nicht ohne Emotionen zu Ende gehen. Aber für was hat man schließlich Erinnerungen :-) Da ich in der Nacht vorher nicht geschlafen habe, war ich im Flugzeug wahrscheinlich durchaus ein Erlebnis. Durch mein verheultes Gesicht und meine permanenten Heulanfälle hat mich meine Sitznachbarin angesprochen, was passiert sei und als ich es erklärt hatte, bin ich Dauerschlaf gefallen, der nur dadurch unterbrochen wurde, dass Essen auf meinen Tisch gestellt wurde. Das habe ich nur in die Sitztasche gequetscht und bin wieder eingeschlafen (wer chilenische Kekse kosten möchte, die habe ich noch! Die Flüge bestanden irgendwie vollends aus Essen!!). Ich weiß nicht, was meine Sitznachbarn sich gedacht haben :D
Wieder angekommen, ist natürlich auch der Sommer mit mir hier. Sehr gnädig, nur fand ich es schon wieder zuuu warm. Ich geb mich durchaus mit 23 Grad zufrieden, mehr muss nicht. An dieses ganze Grün, das lange hell sein und dieses ständig wechselnde Wetter muss ich mich wirklich erst wieder gewöhnen. Und oh Gott, an das Essen erst… Mensaessen ist so dermaßen ein Strafe nach Chile… (Hoffentlich liest hier nie mal ein Mensamitarbeiter…) Die Kilo, die ich in Chile gelassen habe, sind damit sicher bald wieder drauf.
Und folgendes Foto dürfte auch eindeutig sein:
(Die BA tut ihr übriges dazu – als Nervenfutter ist eine Tüte davon gefälligst zu entschuldigen :D) Drei Mal Döner in der ersten Woche ist übrigens auch zu verbuchen, Kindergröße aber, und die schaff ich auch nicht mehr.
Ach so, meinen Schrecken über die Obstpreise muss ich nicht erwähnen, der war zu erwarten oder? Ich habe lächerliche VIER EURO für ein Kilo kernlose rote Weintrauben (aus Chile natürlich, ein bisschen fremd-patriotisch muss man ja auch sein, die aus Ägypten kommen mir nicht zwischen die Kauleisten) bezahlt. In Santiago habe ich drei Kilo für 70 Cent bekommen… Jaaa, ich weiß, ich bin nun halt nicht mehr da, aber darf ich mich trotzdem aufregen?? Lächerlich… Und der schlechte Euro macht es ja nicht besser. Und in Arica gibt’s schon gar keine mehr, durfte ich erfahren – fühlen wir uns also glücklich.
Wie gesagt, meine BA hilft schon gut über die Runden, wenn es darum geht, mich wieder einzugewöhnen. Und Cosmo Mittweida auch! Ich habe mich ja relativ schnell wieder in MW eingefunden, da der letzte Cosmo-Abend stattfand und ach, es war soooo toll, wieder "zu Hause" zu sein.
An meinem ersten Tag habe ich übrigens gnadenlos verschlafen… 13.34 Uhr bin ich aufgewacht, in Chile bin ich um diese Zeit, also 7.30 Uhr, immer aufgestanden – Jetlag lässt grüßen. Nachts konnte ich dafür dann nicht schlafen. Ja, ich geb’s auch zu, die zweite Zeitzone meiner Uhr läuft sechs Stunden hinter Deutschland…
So die Zeit und die Länge rufen zum Schließen. Diesen Eintrag möchte ich aber auch dazu nutzen, um nochmals zu sagen: Es geht weiter! Mit diesem Blog, mit Cosmo und mit Chile. Mehr dazu nächstes Mal, was hoffentlich im Laufe nächster Woche sein wird (hab ja jetzt Zeit, schreib ja "nur" Bachelorarbeit :D
Nos vemos,
die Maria, zurück vom nächsten großartigen Abenteuer
